Besonders betroffen, sogenannte Risikogruppen, sind  Kinder (auch viele deutschstämmige) aus bildungsfernen Schichten und mit Migrationshintergrund, und  besonders betroffen sind  Jungen.

Migrantenkinder
Im Hinblick auf die Teilhabe am Bildungssystem und hinsichtlich notwendiger Kompetenzen zeigt sich, dass Jugendliche mit Migrationshintergrund bis heute schlecht integriert sind.  Bei einem Vergleich der Bundesländer sind zunächst die sehr unterschiedlichen Anteile dieser Gruppe zu berücksichtigen. Sie liegen in den östlichen Ländern deutlich unter 10 Prozent, dagegen in den Stadtstaaten und in Nordrhein-Westfalen, Hessen, Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg relativ hoch.
In allen Ländern erreichen Jugendliche mit Migrationshintergrund ein deutlich geringeres Kompetenzniveau. Sie sind unterrepräsentiert in den Schularten, die zu weiterführenden Abschlüssen führen, sie sind überrepräsentiert in Schularten die zu einem Hauptschulabschluss führen. Ihre Schullaufbahnen sind sehr viel häufiger durch Klassenwiederholungen verzögert .
Jugendliche der so genannten „Zweiten Generation“, die in Deutschland aufgewachsen sind, schneiden zum Teil schlechter oder gleich ab wie Jugendliche der „Ersten Generation“, die im Verlauf ihres Lebens nach Deutschland eingewandert sind.
Die hohen Kompetenzunterschiede  sind zu 40 bis 50 Prozent auf Unterschiede im Sprachgebrauch und in der sozialen Herkunft der Jugendlichen zurückführen.

Jungen
Jungen sind in unserem Schulsystem die „Verlierer“ (vgl. Die Zeit vom 5.08.2010 S.27ff).
Sie sind in Hauptschulen überrepräsentiert, in Gymnasien unterrepräsentiert. Viel mehr Jungen verließen die Hauptschule ohne Schulabschluss., d.h. sie bringen kaum die Fähigkeit für einen Ausbildungsplatz mit. Drei Viertel der Sonderschüler und zwei Drittel der Schulabbrecher sind Jungen.
Mädchen sind generell  für die Zukunft besser gerüstet. Bei Jungen ist  in der Pubertät eine Leistungsfeindlichkeit verbreitet und sie sind weniger durchhaltefähig. Typische Jungenmerkmale werden in der Schule nicht gewürdigt, sie stören (z.B. Bewegungsdrang).
55% der Abiturienten sind weiblich (Jungen 45%). Das führt zu Veränderungen in der Berufswelt. Fast zwei Drittel der Medizinstudenten sind Frauen, die Zahl der Richterinnen und Professorinnen steigt.
Frauen prägen das Rollenbild und den Stil  in der Erziehung.