Niedersachsen im Vergleich

Der Anteil der Fünfzehnjährigen, deren Lesekompetenz unter oder auf der ersten Kompetenzstufe liegt, variiert zwischen den Ländern deutlich. Niedersachsen liegt unter dem Durchschnitt der OECD Länder und hat beim Lesen zum Teil problematisch niedrige Kompetenzwerte.

Vier Länder (Rheinland-Pfalz, Thüringen, Bayern und Sachsen) lagen mit ihren Mittelwerten signifikant über dem OECD-Durchschnitt, wenn auch noch in sehr großem Abstand zur internationalen Spitzengruppe.

Fünf Bundesländer (Schleswig-Holstein, Niedersachsen, Mecklenburg-Vorpommern, Hamburg und Bremen) lagen signifikant unter dem OECD-Durchschnitt und weisen zum Teil problematisch niedrige Kompetenzwerte im Lesen auf.

In zehn Ländern liegt  über ein Fünftel der Jugendlichen im unteren Kompetenzbereich, in drei Ländern ein Viertel, was eine sehr ungünstige Prognose für ihre weitere Schul- und Ausbildungskarriere bedeutet.

In einer Reihe von Ländern hat sich die Lesekompetenz an den Gymnasien seit PISA 2000 tendenziell verschlechtert, in Niedersachsen sogar signifikant.

{gallery}Warum_Lesefrderung/Neuntklaessler{/gallery}  Bundesländervergleich: Deutschkenntnisse der Neuntklässler, Quelle: Die Zeit, 24.6. 10, S. 74

 

Im Vergleich der Bundesländer bilden Niedersachsen und Schleswig-Holstein das Schlusslicht. Sie liegen bei Leseverständnis und Rechtschreibung unter dem westdeutschen Durchschnitt, am Ende der Flächenstaaten, lediglich  vor den Stadtstaaten, die einen hohen Anteil von Migrantenkindern haben.

Für Kinder mit Migrationshintergrund werden die Bildungsangebote seltener in Anspruch genommen als für deutsche Altersgenossen.


Ergebnis 2010:

Der Vergleich des Erreichens von grundlegenden Kompetenzen bei SchülerInnen der 9. Klassen, die den Realschulabschluss anstrebten, auf der Grundlage der kompetenzorientierten Bildungsstandards in den Bundesländer ergab:

10% der SchülerInnen erreichten im Fach Deutsch beim Lesen nicht die Mindeststandards, d.h. sie  sind nicht in der Lage den Sinn einfacher Texte zu erfassen.

In Niedersachsen liegen die SchülerInnen beim Lesen und Hörverstehen im Durchschnittsbereich, in Orthografie unter dem Durchschnitt, (Beim Test der Englischkenntnisse lag Niedersachsen unter dem Durchschnitt)

Deutschland hat einen hohen Prozentsatz  (7,4%), Jugendlicher ohne Hauptschulabschluss, Niedersachsen liegt (mit 7,4%) über dem Durchschnitt der westdeutschen Länder (6,7%).

Für Niedersachsen ergibt sich aus dem Ländervergleich nicht nur ein schlechter Platz beim Vergleich der Leseleistung, sondern auch im Hinblick auf die Bildungsbeteiligung  von Jugendlichen unterschiedlicher sozialer Herkunft (Abschlussgerechtigkeit). In Bayern und Baden-Württemberg ist zwar die soziale Selektion stärker, aber die Leistungen sind wesentlich besser, der Anteil von Schülern ohne Hauptschulabschluss bei 6,5% und 5,7% gegenüber 7,4% in Niedersachsen.