Bildungspolitik ist Wirtschafts-, Sozial- und Familienpolitik. Investitionen  haben einen hohen volkswirtschaftlichen Nutzen. Besonders Investitionen in frühkindliche Bildung sind hoch rentabel.

11,5 Mio, besonders Familien und junge Erwachsene (19-25 Jährige) leben an der Armutsgrenze mit weniger als 60%des mittleren Einkommens (Alleinstehender 925 Euro, vierköpfige Familie 1934 Euro) Betroffen sind insbesondere Haushalte mit vielen Kindern, vor allem Migranten und jeder vierte der jungen Erwachsenen. Das Armutsproblem hat sich in den vergangenen 10 Jahren verschärft. (DIW Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung, Die Zeit 18.2.2010)

Bildung ist Humankapital. Die Menschen ohne Berufsausbildung landen in der Arbeitslosigkeit. Maßnahmen zur Weiterbildung und Umschulung kosten weit mehr als Maßnahmen in den frühen Bildungsjahren.

Investitionen in die Frühkindliche Bildung sind im Hinblick auf ihre Wirksamkeit für die Förderung des Leseverständnisses und im Hinblick auf das Verhältnis von Kosten zu Nutzen besonders notwendig und sinnvoll.

zur Grafik "Rendite für Investitionen in Humankapital"

Als Faustrege gilt: 1 Dollar in die frühkindliche Bildung investiert, ergibt ein spätere volkswirtschaftliche Rendite bei Erwachsenen von 4 Dollar. Bei prekären Zielgruppen (z.B. Migranten) ist dieses Verhältnis 1:7.

Frühe Investitionen zahlen sich aus, sie fördern die Wirksamkeit und bauen Ungleichheiten ab. Die Gründe liegen in der Art des Erlernens von Fähigkeiten und Fertigkeiten. Durch erworbene Fähigkeiten treten neue zutage. Alles früh Erlernte erleichtert späteres Lernen. Förderprogramme für Jugendliche und junge Erwachsene sind, wenn die gleichen Fähigkeiten im Erwachsenenalter erreicht werden sollen, wesentlich teurer.