17% der 20 bis 30 Jährigen waren im Jahr 2008 ohne Berufsausbildung . Sie machen die Hälfte der Arbeitslosen aus.

Hauptschüler haben erhebliche Schwierigkeiten einen Ausbildungsplatz zu finden und müssen Überbrückungs- und Nachqualifizierungsmaßnahmen durchlaufen. Deren Effektivität und Effizienz ist fraglich, da auch nach 30 Monaten 40% der Hauptschüler nicht in eine qualifizierte Berufsausbildung vermittelt werden. Die Abbruchquote in der Ausbildung liegt bei 20%. (Bildungsbericht von Bund und Ländern 2008)

Aber auch 21,5 % der Jugendlichen, die eine Berufsausbildung beginnen, brechen diese ab. Besonders im Handwerk hat das jeder Vierte (26,6%) getan, in den freien Berufen waren es 20,6%, in Industrie und Handel 19,9% (deutlich weniger im Öffentlichen Dienst 5,9%); so Daten des Bundesinstituts für Berufsbildung für 2008 (Landeszeitung 30.07.2010).

Der Anteil von Menschen ohne Berufsausbildung, betrug 2008 etwa 17% (im Jahr davor 15,2%). Jeder sechste junge Mensch (Deutschstämmige und Migrantenkinder) im Alter zwischen 20 und 30 Jahren hat keinen Berufsabschluss und befindet sich nicht in einer Bildungsmaßnahme. Sie machen über die Hälfte der Arbeitslosen aus.

Besonders dramatisch ist die Situation für solche mit Migrationshintergrund. Die Mehrheit (43%) beendet die Schule mit dem Hauptschulabschluss, (31% der deutschen Altersgenossen), ohne Berufsausbildung und damit ohne Chancen auf dem Arbeitsmarkt bleiben 30%, und sogar 47% der jungen türkischen Frauen. Das Problem wird drängender, weil der Anteil der Migrantenkinder steigt.

Die Wirtschaft beklagt eine mangelnde Ausbildungsfähigkeit von etwa 20% der Jugendlichen. Es gehe nicht nur um Rechnen, Schreiben, Lesen, es mangele auch an „persönlicher und sozialer Alltagskompetenz“ wie Disziplin, Pünktlichkeit und Teamfähigkeit. Angesichts der steigenden Anforderungen am Arbeitsmarkt  dürfte es für diesen Personenkreis in Zukunft noch schwerer werden, einen Arbeitsplatz zu finden oder aus dem Niedriglohnsektor herauszukommen.
Andererseits wird angesichts des demographischen Wandels bei den Ausbildungsberufen der Nachwuchs knapp. In der Wirtschaft besteht aber ein wachsender Bedarf an Fachkräften.

{gallery}Warum_Lesefrderung/20-30Jaehrige{/gallery}  Jugendliche, die ohne eine qualifizierten Abschluß die Schule verlassen, sind nur mit großem Aufwand zu integrieren. Jeder Ansatz schwächere Jugendliche frühzeitig zu unterstützen, lohnt sich deshalb mehrfach.